„Gegen die oft tödliche Opiat-Überdosis gibt es wirksame Mittel!“

 

 

 

 

 

 

Pressemitteilung JES Bundesverband und JES NRW
zum International Overdose Awareness Day am 31. 08. 17

Seit im Jahr 2001 der Overdose Awareness Day in Australien ausgerufen wurde, steht die Vorsorge vor tödlichen Überdosierungen im Mittelpunkt. Neben ausführlicher Aufklärung über die Symptome, risikoreichen Konsum, Erste Hilfe und Naloxongabe, schafft auch dieser Tag Raum derer zu gedenken, deren Tod hätte vermieden werden können.
Was geschieht fast täglich auf der Drogenszene und besonders im häuslichen Umfeld, wenn der Notfall bereits eingetreten und eine Überdosierung erfolgt ist? Nach Benachrichtigung der Rettungskräfte vergeht wertvolle Zeit, die Situation wird kritisch, während anwesende Freunde/Innen und/oder Angehörige hilflos daneben stehen.
Marco Jesse vom JES Bundesvorstand sagt dazu: „Wir als JES plädieren dafür, das gängige Gegenmittel bei Opiatvergiftung, Naloxon, grundsätzlich allen Personen mit unmittelbarem Kontakt zur Drogenszene niedrigschwellig zugänglich zu machen. In speziellen Schulungen, die JES bereits heute anbietet, werden Drogen gebrauchende Menschen und deren persönliches Umfeld im Umgang mit dem Notfallmedikament Naloxon unterrichtet.“
Noch immer sind bei den allermeisten kritischen Überdosierungen Opiate/Opioide im Spiel. Naloxon vermag also unmittelbar Leben zu retten!
Eine missbräuchliche Verwendung dieses Medikaments ist auch aus ärztlicher Sicht unmöglich, da es nur diesen einen Effekt, Verminderung der Wirkung von Opiaten, wie Heroin, besitzt.
Ein weiterer wichtiger Aspekt beim Kampf gegen Überdosierungen ist für JES die
Weiterführung der Substitutionsbehandlung von DrogengebraucherInnen in Haft. „Wenn diese Menschen im Gefängnis zwangsweise vom Opioid entzogen werden und nach der Entlassung sofort wieder konsumieren, ist die Gefahr einer Überdosierung immens groß. Denn nicht selten führt die von früher gewohnte Dosis und/oder die Unkenntnis der aktuellen Reinheit, zum Tod.“, so Mathias Häde von JES NRW. „Schutz und Sicherheit auch durch Naloxongabe bieten zurzeit Drogenkonsumräume. Leider gibt es in vielen Bundesländern zu wenig oder gar keine, wie z.B. in Stuttgart!“,so Roland Baur, JES Stuttgart und Bundesvorstand. Grundsätzlich wird sich aus unserer Sicht aber erst bei einer kontrollierten Freigabe heute illegalisierter Substanzen die Lage zum Positiven verändern: Ein regulierter, legaler Markt mit entsprechend qualifizierten Fachgeschäften und umfassender Aufklärung über Wirkung
und Risiken, der in medizinisch reiner Form und in standardisierter Dosis angebotenen Substanzen.
– Kontakt: Mathias Häde – mhaede@jesbielefeld.de – 0176 39569496 –

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.