Naloxon – jetzt verschreibungsfähig

Ein steiniger Weg

Naloxon ist seit vielen Jahrzehnten als Notfallmedikament bei Überdosierungen bekannt. Viele Jahre lang wurde fachöffentlich darüber diskutiert, ob und wie dieses Medikament an Opiatkonsument_innen sowie deren An- und Zugehörige als Notfallmedikament abgegeben werden kann. Wissenschaftliche Untersuchungen in Frankfurt a.M. und Berlin zeigten ebenso wie internationale Erfahrungen – vor allem aus den USA, dass dies praktisch umsetzbar und auch zur Vermeidung von Drogentodesfällen nützlich ist.

Das JES-NRW-Projekt griff diese Ergebnisse auf und beauftragte Marco Jesse (Vision e.V.) einen Diskussionsbeitrag zum Thema zu erarbeiten. Er lieferte hierzu einen herausragenden Fachbeitrag. Seine Schlussfolgerungen und Erkenntnisse wurden im Anschluss 2016 im Rahmen einer Peer-Informationsveranstaltung in der Bochumer Krisenhilfe sehr erfolgreich auf ihre Praxistauglichkeit hin überprüft.

Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales förderte im Anschluss weitere Peer-Informationsveranstaltungen sowie deren Evaluation, die durch INDRO e.V. durchgeführt wurde.

Die Ergebnisse waren durchschlagend positiv und legten die flächendeckende kostenfreie Vergabe des heute zugelassenen Medikamentes zumindest an alle Opiatkonsument_innen nah.

JES NRW e.V. fordert nach wie vor die Zugänglichkeit des Notfallmedikamentes an alle Angehörigen von Opiatkonsument_innen sowie alle Personenkreise, die beruflich im Kontext tätig sind.

Die Projektevaluation ist erhältlich unter: http://www.landesstellesucht-nrw.de/projektdatenbank.html

Die von Marco Jesse erstellte Naloxon-Broschüre im Druckformat können Sie per E-Mail anfragen oder über den nebenstehenden Link herunterladen.

Bundesweite Naloxon-Projekte

Weitere Informationen erhalten Sie unter: https://naloxoninfo.de/

Naloxon-Broschüre

NALOXON – ein Leitfaden zur Naloxonvergabe
Herausgegeben von Aidshilfe NRW & JES NRW
Autor: Marco Jesse

Download der Boschüre als PDF.

Naloxon rettet Leben!

Als Nasenspray ist es ab sofort verschreibungsfähig und für Opiatkonsumenten_innen und Substituierte über Kassenrezept erhältlich.