Naloxon rettet Menschenleben – sei dabei und hol dir Naloxon

Ziel der Veranstaltung ist es, die Anwendung von Naloxon zu erlernen UND es zu BEKOMMEN!

AM:
Donnertag den 28.09.2017 um 12:00 Uhr

WO:
drogenhilfeeinrichtung kick Eisenmarkt 5
44137 Dortmund

Wer vorab mehr über Naloxon erfahren möchte: http://www.vision-ev.de/wp-content/uploads/2017/01/Naloxon-v6.5-web.pdf

„Gegen die oft tödliche Opiat-Überdosis gibt es wirksame Mittel!“

 

 

 

 

 

 

Pressemitteilung JES Bundesverband und JES NRW
zum International Overdose Awareness Day am 31. 08. 17

Seit im Jahr 2001 der Overdose Awareness Day in Australien ausgerufen wurde, steht die Vorsorge vor tödlichen Überdosierungen im Mittelpunkt. Neben ausführlicher Aufklärung über die Symptome, risikoreichen Konsum, Erste Hilfe und Naloxongabe, schafft auch dieser Tag Raum derer zu gedenken, deren Tod hätte vermieden werden können.
Was geschieht fast täglich auf der Drogenszene und besonders im häuslichen Umfeld, wenn der Notfall bereits eingetreten und eine Überdosierung erfolgt ist? Nach Benachrichtigung der Rettungskräfte vergeht wertvolle Zeit, die Situation wird kritisch, während anwesende Freunde/Innen und/oder Angehörige hilflos daneben stehen.
Marco Jesse vom JES Bundesvorstand sagt dazu: „Wir als JES plädieren dafür, das gängige Gegenmittel bei Opiatvergiftung, Naloxon, grundsätzlich allen Personen mit unmittelbarem Kontakt zur Drogenszene niedrigschwellig zugänglich zu machen. In speziellen Schulungen, die JES bereits heute anbietet, werden Drogen gebrauchende Menschen und deren persönliches Umfeld im Umgang mit dem Notfallmedikament Naloxon unterrichtet.“
Noch immer sind bei den allermeisten kritischen Überdosierungen Opiate/Opioide im Spiel. Naloxon vermag also unmittelbar Leben zu retten!
Eine missbräuchliche Verwendung dieses Medikaments ist auch aus ärztlicher Sicht unmöglich, da es nur diesen einen Effekt, Verminderung der Wirkung von Opiaten, wie Heroin, besitzt.
Ein weiterer wichtiger Aspekt beim Kampf gegen Überdosierungen ist für JES die
Weiterführung der Substitutionsbehandlung von DrogengebraucherInnen in Haft. „Wenn diese Menschen im Gefängnis zwangsweise vom Opioid entzogen werden und nach der Entlassung sofort wieder konsumieren, ist die Gefahr einer Überdosierung immens groß. Denn nicht selten führt die von früher gewohnte Dosis und/oder die Unkenntnis der aktuellen Reinheit, zum Tod.“, so Mathias Häde von JES NRW. „Schutz und Sicherheit auch durch Naloxongabe bieten zurzeit Drogenkonsumräume. Leider gibt es in vielen Bundesländern zu wenig oder gar keine, wie z.B. in Stuttgart!“,so Roland Baur, JES Stuttgart und Bundesvorstand. Grundsätzlich wird sich aus unserer Sicht aber erst bei einer kontrollierten Freigabe heute illegalisierter Substanzen die Lage zum Positiven verändern: Ein regulierter, legaler Markt mit entsprechend qualifizierten Fachgeschäften und umfassender Aufklärung über Wirkung
und Risiken, der in medizinisch reiner Form und in standardisierter Dosis angebotenen Substanzen.
– Kontakt: Mathias Häde – mhaede@jesbielefeld.de – 0176 39569496 –

„Menschenrechte auch für Drogengebraucher!“

Am 21. Juli 2017 wird, diesmal unter dem Motto „Auch Drogengebraucher haben Menschenrechte“, der jährliche Internationale Gedenktag für die verstorbenen DrogengebraucherInnen begangen. In vielen Städten wird dann mittels mannigfaltiger Aktivitäten der Verstorbenen gedacht. Der Gedenktag wirkt daneben aber auch von seinem Beginn, Ende der 90er Jahre, an als drogenpolitisches Statement. Er verweist auf die noch immer prekären und menschenunwürdigen Lebensbedingungen der meisten Drogengebraucherinnen und Drogengebraucher in der Illegalität und daher auf eine seit Jahrzehnten verfehlte Drogenpolitik.

In diesem Jahr verweist der 21. Juli auf die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von 1948 und deren Bedeutung insbesondere für die DrogengebraucherInnen von heute. JES fordert: Alle Staaten sollen sofort und unbedingt die Todesstrafe, die teils auch für Verstöße gegen die örtlichen Drogenverbote verhängt wird, generell abschaffen! Todesstrafe, Folter und ähnliche Formen extremer staatlicher Gewalt sind für JES in keiner Weise zu tolerieren. Russland, Indien, Mexico und Brasilien sind nur wenige Beispiele für die Vielzahl von Ländern, in denen IVDU (also „Junkies“) heute drastischen Formen von Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt sind. Das geht vom kalten Zwangsentzug bis zu den von staatlicher Seite angezettelten oder zumindest gut geheißenen Morden auf den Philippinen.

Dagegen erscheinen die Probleme der DrogengebraucherInnen hierzulande erst einmal eher klein. Dennoch:

Bundesweit 1333 Drogentote im Jahr 2016 bedeuten eine Steigerung um 9 % und einen Anstieg dieser Zahl im vierten Jahr in Folge. „Sicher unterliegt so eine Zahl den üblichen statistischen Schwankungen, aber eine gewisse Tendenz zeichnet sich hier in den letzten Jahren unübersehbar ab. Die fortgesetzte Kriminalisierung kranker Menschen kann also nicht die Lösung sein“, wie Mathias Häde vom Landesverband JES NRW es ausdrückt.

Für JES sind die sog. Drogentoten genau genommen Drogenverbotstote, da ihr Tod meist den prekären Lebensumständen in der Illegalität geschuldet ist, hier vor allem durch die Tatsache, dass auf dem Schwarzmarkt stark schwankende Reinheitsgrade der illegalisierten Substanzen gehandelt werden. „Legalisierung = Regulierung und Kontrolle, so einfach könnte das sein. Doch leider wird im illegalen Drogenhandel unglaublich viel Geld verdient – nicht zuletzt von den Banken“, wie Claudia Schieren vom JES Bundesverband erklärt

Eine Lösung bringt hier nur die Regulierung der Drogenhandels, also eine Legalisierung mittels kontrolliertem Verkauf in Drogenfachgeschäften mit qualifiziertem Personal. Die gesamte Gesellschaft würde so entlastet und viele durch Kriminalisierung zerstörte Lebensläufe würden vermieden.

So wie bisher darf es jedenfalls nicht weiter gehen“, lautet das Fazit von Stefan Ritschel vom JES Bundesvorstand

– Kontakt: Mathias Häde – mhaede@jesbielefeld.de – 0176 39569496 –

Internationaler Gedenktag für verstorbene Drogengebraucher*innen

21. JULI IN KÖLN Erinnern – Gesicht zeigen – Informieren


„Seit 1990 sind in Deutschland mehr als 39.000 Menschen durch den Konsum illegaler Drogen gestorben. Viele dieser Todesfälle wären vermeidbar gewesen – durch Aufklärung, Angebote zur Risikominimierung und der Überlebenshilfe.

Am 21. Juli, dem Gedenktag für verstorbene Drogenabhängige, erinnern Eltern und Angehörige, Partner*innen, Freund*innen und solidarische Mitbürger*innen an die „Drogentoten“. Zugleich nutzen sie Mahnwachen, Gottesdienste, Infostände und andere Aktionen, um Ideen und Maßnahmen für eine liberalere und somit wirksamere Drogenpolitik vorzustellen…“

 

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