JES Nordrhein-Westfalen e.V.

Presse

Pressemitteilung 02
21. Juli - bundesweiter Gedenktag für verstorbene DrogengebraucherInnen

Köln, 15. Juli 2004

Anlässlich des bundesweiten Gedenktag für Verstorbene aus dem Drogenbereich beklagt der erst kürzlich gegründete Landesverband der Junkies, Ehemaligen und Substituierten in Nordrhein-Westfalen "JES NRW" die Opfer der Drogen - Prohibition.

Der Appell richtet sich deshalb an die Verantwortlichen in der Politik endlich die dringend erforderlichen Reformen in der Drogenpolitik einzuleiten. Reformen dürfen nicht den Rückschritt in alte überholte Konzepte bedeuten, dessen Folgen Menschenleben kosten und eine neue Generation der jetzt jugendlichen Cannabis - und Ecstasy - KonsumentInnen durch die Kriminalisierung in die Verelendung treiben. Der Reiz des Verbotenen darf nicht unterschätzt werden. Gleichzeitig verhindern Verbote den Zugang zu wichtigen Hilfeeinrichtungen und wirken sich auch dadurch kontraproduktiv aus.

Der JES - Selbsthilfeverband weist, in Kooperation mit AIDS-Hilfen und dem Bundesverband der Eltern und Angehörigen für akzeptierende Drogenarbeit darauf hin, die Hepatitis-Prävention dringend durch eine zielgruppenspezifische und akzeptierende Herangehensweise umgesetzt werden muss.

Jährlich infizieren sich mehrere tausend Menschen, zum Grossteil DrogengebraucherInnen, vermeidbar mit dem Hepatitis C Virus. Auch innerhalb der Haftanstalten in NRW ist die Gefahr einer HIV- und Hepatitis - Infektion sehr gross, da dort der Zugang zu sterilen Spritzen nicht möglich ist, hebt das Vorstandsmitglied Mathias Häde hervor. Die Installation von Spritzen-Automaten kann Neuinfektionen vermeiden helfen. Vielen der infizierten DrogengebraucherInnen wird der Zugang zu einer medizinischen Behandlung verweigert. Wie auch in der Prävention von HIV / AIDS sollten im Rahmen einer effektiven Hepatitis-C- Präventionsstrategie die Kompetenzen der Selbsthilfe genutzt werden.

Der bundesweite Gedenktag für verstorbene DrogengebraucherInnen wird seit 1998 am 21. Juli jeden Jahres als Gedenk- und Aktionstag begangen. An diesem Tag verstarb 1994 auf bisher noch ungeklärte Weise Ingo Marten. Seiner Mutter gelang es in Gladbeck eine Gedenkstätte zu schaffen. Diese erinnert seither auch stellvertretend für alle verstorbenen DrogengebraucherInnen daran, dass eine menschenwürdige Drogen- und Gesundheitspolitik für und nicht gegen Menschen ausgerichtet sein sollte.

In Nordrhein-Westfalen werden auch in diesem Jahr wieder in vielen Städten, z.B. in Köln, Wuppertal, Bonn und Düsseldorf die unterschiedlichsten Aktionen, Trauerfeiern und Veranstaltungen stattfinden.

Für Rückfragen und Informationen wenden Sie sich bitte an:
JES NRW e.V. (i.Gr.) c/o AIDS-Hilfe NRW e.V.
Hohenzollernring 48
50672 Köln
www.jesnrw.de
jesnrw@gmx.net

Für den Vorstand:
Mathias Häde
0521-977 96 14

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